Wir schreiben den 5. Dezember 2004, den 17. Spieltag der Saison 2004/05. Servette Genf (die sogar einen Weltmeister im Team haben, den Franzosen Karambeu) ist schlecht in die Saison gestartet, man hĂ€ngt nur im unteren Mittelfeld der Tabelle fest und auch finanziell steht es um den Verein nicht gut. Und das als stolzer Club mit großer Historie; Genf ist zu diesem Zeitpunkt der einzige Verein der erstklassigen schweizer Super League, der noch nie abgestiegen ist. Da kommt das Spiel beim FC Schaffhausen, der noch weiter unten in der Tabelle steht, gerade recht.

TatsĂ€chlich lĂ€uft an dem Tag einiges gut fĂŒr Servette: bereits zur Halbzeit liegen sie mit 2:0 in Front und auch ein Eigentor in der 67. Minute durch Kata bringt die Genfer nicht wesentlich ins Straucheln. Kurz vor Schluss, in der 88. Minute, legt Paulo Diogo fĂŒr Jean Beausejour auf und dieser trifft zum vorentscheidenden 3:1 fĂŒr Servette Genf. Daraufhin brechen alle DĂ€mme: der Vorlagengeber Diogo jubelt wild, stĂŒrmt zu den mitgereisten Genfer Fans, springt auf den Zaun vor dem GĂ€steblock – und in der Sekunde passiert das UnglĂŒck. Sein Ehering am linken Ringfinger verhakt sich in einer Zaunspitze und beim Herunterspringen vom Zaun reißt dadurch ein Teil des Fingers ab.

Diogo realisiert nicht sofort, was passiert ist, doch als er es bemerkt, schreit er geschockt und rennt panisch in die Kabine. Was er nicht mehr mitbekommt: der Schiedsrichter, der das Drama nicht mitbekommen hatte, zeigt ihm fĂŒr den Torjubel auf dem Zaun die gelbe Karte und auch den Treffer zum Endstand von 1:4 sieht Diogo nicht mehr.

Sein Finger samt Ring wird schnell gefunden, doch angenĂ€ht werden kann er nicht mehr – Diogo spielt fortan mit neuneinhalb Fingern. Den Ehering trĂ€gt er anfangs noch an einer Kette, doch irgendwann wird ihm auch das „zu nervig“.

FĂŒr seinen Verein gab es in der Saison auch kein Happy End: nach dem 18. Spieltag ist der Verein tatsĂ€chlich pleite und muss die Mannschaft zurĂŒckziehen. Nach einem Neustart in der 3. Liga dauert es bis 2011, bis sie in der Erstklassigkeit zurĂŒck sind.

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